Sonntag, 16. März 2014

Me Before You


Eine Review des berührenden und wundervoll geschriebenen Buches „Me before you“ / „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes. 
Was, wenn du plötzlich im Rollstuhl sitzt? Tag ein, Tag aus. Ständig auf Hilfe angewiesen. Nicht alleine essen können, nicht alleine duschen können. Nie wieder alleine die Treppen rauf und runter laufen. Nie wieder mal kurz eine Runde joggen gehen. Nie wieder Fahrrad fahren. Von klettern und tauchen ganz zu schweigen. Entscheidungen nicht mehr eigenständig treffen und vor allem umsetzen können.





So wie Will Traynor. Einst ein erfolgreicher Geschäftsmann, gut aussehend, lebenslustig, stets eine hübsche junge Frau an der Seite. Er genoss das Leben, reiste um die Welt, war abenteuerlustig – bis zum Tag seines Unfalls, der alles veränderte.

An das neue Leben kann und will er sich nicht gewöhnen, hatte er sich doch ein komplett anderes Leben für sich selbst ausgemalt. Er möchte daher seinem in seinen Augen miserablen Leben ein Ende setzen, um nicht länger leiden zu müssen. Die 27 Jahre junge Louisa Clark, witzig, schlau, mit dem etwas eigenen Kleidungsstil, die bisher Wills Ansicht nach so wenig aus ihrem Leben gemacht hat, will ihn überzeugen, dass auch ein Leben im Rollstuhl lebenswert sein kann. 
Die beiden könnten wohl unterschiedlicher nicht sein. Will im Rollstuhl, der sich nach seinem Leben vor dem Unfall mit den schier unendlich scheinenden Möglichkeiten sehnt, und Louisa, die ihren Heimatort nie verlassen hat, die ein einfaches, bodenständiges Leben führt, und ihre Möglichkeiten nicht wahrnimmt. Aus einem zu Beginn schwierigen Arbeitsverhältnis entwickelt sich dennoch so etwas wie Liebe. Als Louisa erfährt, dass Will sein Leben beenden will, versucht sie dies mit aller Kraft zu verhindern. Sie plant Ausflüge und Aktivitäten, ja sogar eine zehntägige Reise. Doch schafft Louisa es, Will vom Leben zu überzeugen?

Was würde ich tun? Das ist die Frage, die mir beim Lesen stets im Kopf herumschwirrte. Niemand wünscht sich ein Leben im Rollstuhl, es erfordert eine Menge Umstellungen. Mit dem alten Leben abschließen und neu anfangen. Doch kann nicht auch das neue Leben schön sein – auf eine ganz eigene Art, mit den richtigen Menschen um sich herum?

Aber wer sind wir, um diese Frage nicht beantworten. Als gesunder Mensch kann man sich wohl nur schwer in die Rolle eines Querschnittsgelähmten hineinversetzen. Man kann jedoch versuchen sie zu verstehen und nicht gleich zu verurteilen, wenn sie sich gegen das neue Leben entscheiden. Denn im Endeffekt muss doch jeder seine eigene Entscheidung treffen.

Was Will und Louisa jedoch jedem Leser zeigen, ist, wie wichtig es ist das Leben zu genießen, solange man es kann. Man sollte Möglichkeiten nutzen. Etwas aus seinem Leben machen. Nie aufhören Neues zu lernen. Reisen. Lieben. Schließlich bleiben irgendwann nur die Erinnerungen, und die sind doch das Wertvollste im Leben.

Also geht raus, lebt, entdeckt, erlebt, sucht und findet. Das Leben. Mit all seinen Höhen und Tiefen. Nutzt es. Genießt es.


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