Dienstag, 8. April 2014

Im Ernährungsdschungel



Bio war wohl nie so im Trend wie heute. Biomilch, Biogemüse, Bioobst, Biobrötchen… Dazu gibt es regelmäßig neue Ernährungstrends: clean eating, Veganismus, Detox , Frutarier, Saftdiät. Einfache Vegetarier haben da schon beinahe Vorkriegsstatus.
Gesunde Ernährung wird gehyped wie nie zuvor – Gründe dafür gibt es wohl viele. Die einen wollen abnehmen und Pfunde purzeln sehen, den anderen geht es schlicht um ihre Gesundheit. Auch ethische und nachhaltige Gründe spielen eine Rolle, ist doch ein regionaler Lebensstil wieder voll im Kommen. Vielleicht handelt es sich auch um eine Art Schutzversuch: Man fühlt sich nicht selten förmlich von allen möglichen Krankheiten umgeben und flüchtet sich in einen gesunden Lebensstil, um selbst der Krankheit zu entkommen.
Auch ich versuche mich gesund und ausgewogen zu ernähren. Ich esse viel Obst und Gemüse, nicht übermäßig viel Fleisch, koche salzarm, esse möglichst wenig Süßigkeiten. Perfekt ist meine Ernährung sicherlich nicht, aber es geht mir gut damit. Während ich früher noch gegessen habe worauf ich Lust hatte, sei es die Tiefkühlpizza, Maggi Asianudeln oder auch gerne mal 2 Tafeln Schokolade am Tag (ich konnt’s mir halt erlauben – Gewichtsprobleme hatte ich noch nie), so habe ich in meinem Auslandsjahr in Amerika angefangen, mir Gedanken über meine Ernährung zu machen. Schließlich merkt es auch der Körper, wenn er plötzlich nur noch Fertiggerichte, Nudeln mit Tomatensauce und Süßes zu essen bekommt, so wie es in den ersten Monaten bei mir der Fall war. Meine Familie hat nicht schlecht gestaunt als ich plötzlich angefangen habe, nicht nur Vollkornbrot sondern auch Vollkornnudeln gegessen und einen Besuch bei McDonalds dankend abgelehnt habe.
Trotzdem genieße ich hin und wieder ein Stück Kuchen, freue mich auf das erste Eis im Frühling, habe ab und an Hunger auf die leckere Pizza vom Italiener und kann nicht mehr ohne mindestens eine Laugenbrezel pro Woche (manches Schwäbische ist wohl doch ansteckend). Denn Essen soll Spaß machen. Es soll geliebt und genossen werden – und nicht unnötig kompliziert gemacht werden. Den Grundgedanken des Veganismus verstehe ich: es werden zu viele Milchprodukte konsumiert. Also sehe ich ein, diese einzuschränken, komplett verzichten könnte und wollte ich nicht. Denn was gibt es besseres als eine gute Scheibe Käse auf dem Brot? Weniger Käse, weniger Milch, weniger Eier, weniger Fleisch – ja, das versuche ich. Aber gar nicht mehr? Das ist meiner Meinung nach nicht nötig.
Und genauso verhält es sich doch bei Süßem: Hin und wieder ein Stück Schokolade oder ein Stück Kuchen schadet niemandem und erhöht die Lebensqualität.Zwar sehen auch die zahlreichen gesünderen Varianten an Schoko- und Müsliriegel (z.B. von alnatura) meist super lecker aus und sind es auch, aber in manchen Momenten muss es halt mal ein Snickers sein.
Man sollte mit nichts übertreiben und sich nichts komplett verbieten – das ist meine Einstellung. Denn sonst grüßt der Heißhunger.
Regelmäßig Sport treiben, sich ausgewogen ernähren, und nichts perfektionisieren wollen. Denn wir sind alle nur Menschen, und wenn man zusätzlich auch noch Student ist, kann man sich ausschließlich Bioprodukte dauerhaft eh nicht leisten.
Und dann kann man auch guten Gewissens eine Kugel Eis in der Sonne schlecken.






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