Mittwoch, 23. April 2014

Zum Welttag des Buches. Oder: Warum Lesen einfach schöner ist.

Warum lesen einfach schöner ist. Als was eigentlich? – Als Filme schauen. Warum eigentlich? – Weil man da noch selbst denken muss. Aber ist das nicht doof? – Nein.
Ok, Schluss damit. Ob lesen wirklich schöner ist als Filme oder Serien zu schauen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Auf mich trifft diese Aussage allerdings zu. Warum? – Weil man da noch selbst denken DARF. Als bekennender Tagträumer darf ich mich beim Lesen in fremde Welten fantasieren, ohne für völlig verrückt erklärt zu werden. Ich darf mir Personen und Orte, ja teilweise auch die Vergangenheit oder die Zukunft der Protagonisten ausmalen. Schaue ich einen Film (was ich natürlich auch tue, ohne Frage), ist mir vorgegeben, wie die Personen aussehen und an welchen Orten sie sich aufhalten.

Bei keinem Film konnte ich bis jetzt so herzlich mitlachen, wie beim Lesen von „Die Schnäppchenjägerin“ und bei keinem Film so sehr weinen wie bei „Ein ganzes halbes Jahr“. Da ein Buch mich so viel mehr mitreißen kann, mich viel tiefer in die Geschichte tauchen lässt, sind natürlich auch meine Emotionen viel stärker ausgeprägt. Je nach Ort, an dem man gerade liest kann das übrigens auch eine Strafe sein – wobei ich find Leute ja toll, die im Zug plötzlich lachen müssen, weil sie was Lustiges lesen.
[Kleine Anekdote: Als ich vor ein paar Jahren bei der Arbeit hinter der Servicetheke eine Fitnessstudios auf meinem Hocker saß und „Die Katze“ von Joy Fielding las, wollte ein Kunde auf sich aufmerksam machen und miaute. Naja und was soll ich sagen...ich war so sehr in der Geschichte (ein Krimi), dass ich vor Schreck vom Stuhl fiel.]
Ist ein Buch dann ausgelesen, kann ich nicht sofort ein Anderes anfangen. Es kommt auf das Buch an, wie lange...ob einen Tag oder vielleicht auch eine Woche, aber direkt ein Neues anfangen? Nein, das wäre irgendwie wie fremdgehen an der Geschichte. Bevor ich eine Neue anfange, muss ich mir erst ganz genau vorstellen, wie die Letzte wohl weiter gegangen ist, nachdem die letzte Seite geschrieben war. Änderte Lou wirklich ihr Leben, so wie Will es ihr aufgetragen hatte und wie der Leser den Anschein hatte, als sie am Ende des Buches in einem Pariser Café saß? (Oops, Ende verraten L) Oder blieb sie wie sie war, lebte in ihrem kleinen englischen Städtchen bis an ihr Lebensende und ging zu ihrem Freund zurück, der sie nicht glücklich machte?* Ohja...dieses Buch ließ mich ziemlich lange denken. Was ich allerdings so gar nicht haben kann ist, wenn der Autor mir diese Träumerei wieder kaputt macht, weil er ein paar Jahre später eine Fortsetzung zu dem ersten (sehr erfolgreichen) Buch schreibt. Einen dritten Teil von Bridget Jones?? Erschießt mich..bitte!
Heute, am 23. April, wird dem Buch ein ganzer Tag gewidmet. Es ist der Welttag des Buches und zu diesem Anlass wurde auch dieses Jahr wieder die Aktion „Lesefreunde“ durchgeführt und viele viele begeisterte Leser zu Buchschenkern gemacht. Der Sinn dahinter? Noch mehr Menschen zum Lesen bringen.
Auch ich hatte dieses Jahr das Glück und wurde zum Schenker gelost. Ausgesucht habe ich mir das Buch „Hectors Reise“ von Francois Lelord und bereits letzte Woche konnte ich mein Buchpaket mit zehn Exemplaren des Romans abholen. Nun bin ich fleißig dabei, Freunde und Familie zu beschenken. Entweder um ihnen und mir einfach eine Freude zu machen (beschenkt werden macht glücklich, schenken auch) oder aber, um ihnen wirklich einen Grund zu geben, doch mal ein Buch in die Hand zu nehmen.
Ein Exemplar behalte ich übrigens selbst. Denn wohin Hectors Reise führt, weiß ich selbst noch nicht. Aber sobald ich genug gelesen (und geträumt) habe, verrate ich es euch.


*Miri schrieb hier schon einmal darüber.




0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Was noch gesagt werden muss:

Copyright © 2014 leb doch mal - Ein Lifestyle Blog