Dienstag, 20. Mai 2014

Warum Träume so wichtig sind



„Ich bin halt kein Träumer“, sagte er. Und untermauerte damit seine eher pessimistische und viel zu realistische Weltansicht. Für mich, die sich nicht selten in wirren Tagträumen wiederfindet, eine unvorstellbare Sichtweise. Wie kann man denn KEIN Träumer sein? Ich bin es gerne und suche oft das Positive in allem.


Früher im Familienurlaub träumte ich von einer eigenen Strandbar in Südfrankreich, in Amerika plante ich später ein süßes deutsches Café in Cape Cod zu eröffnen. Außerdem träume ich davon die Welt zu bereisen, meinen Traummann zu finden und zu heiraten, eine Familie zu gründen. Ich möchte mal ein Vorbild für meine eigenen Kinder sein. Ich möchte einen Job, zu dem ich gerne hingehe und der mir Spaß macht. Mit flexiblen Arbeitszeiten und netten Kollegen. Ich träume von einem Ort, den ich mal mein zu Hause nenne, und möchte doch an so vielen Orten auf einmal leben. Ich möchte mal einen Marathon laufen, am liebsten in New York. In langweiligen Vorlesungen und bei Regenwetter träume ich vom Meer. Ich möchte Ski fahren lernen und einen Surfkurs machen. Mehr Fremdsprachen als nur Englisch fließend sprechen können. Gitarre spielen können, oder vielleicht lieber Klavier. Noch tausend Bücher lesen und ein eigenes schreiben. Zum richtigen Weinkenner werden. Die Welt verbessern.

Vielleicht bleiben diese Träume für ewig Träume, vielleicht werden einige wahr (hoffentlich zumindest der mit dem Traummann). Aber an sich spielt es doch gar keine Rolle, ob Träume wahr werden. Die Hauptsache ist, dass man sie hat. Dass man sich nicht unterkriegen lässt und nicht alles negativ sieht. Dass man noch wie als Kind von einem Leben träumt, dass man gerne hätte (früher träumte ich oft davon, Sissi zu sein…).

Vor allem meine Zeit in Amerika war eine Zeit, in dem ich vor Träumen und Lebensplänen nur so gesprüht habe. Oft vermisse ich die amerikanische Denkweise – dass es ok ist, zu träumen. Dass jeder träumt.  Meine Gastmutter hat einen Onlinekurs in Kriminologie angefangen, obwohl sie bereits einen sicheren und guten Job in der IT-Branche hat und obwohl sie ihr Feld vielleicht niemals wechseln wird. Einfach, weil sie immer schon zum FBI wollte und es doch nie durchgezogen hat. In der gesamten Gesellschaft wird eine ganz andere Sicht vermittelt, als hier in Deutschland. Vom Tellerwäscher zum Millionär eben. Dinge werden positiver gesehen, und Träume, Pläne und Vorhaben nicht gleich als dumme Naivität abgestempelt. Hier muss man seine Träume oft rechtfertigen und  verteidigen, wenn man sie ausspricht.

Ja – wenn man sich die heutige Welt anschaut und zu lange nachdenkt, kann man so einiges sehr negativ sehen. Das habe ich besonders in meinem Ethikkurs letztes Semester feststellen müssen, da dieser mich manchmal tagelang runterziehen konnte. Aber wer sagt, dass alles so bleiben muss wie es ist? Träume sind der Anfang jeder Veränderung. Denn man muss doch wissen, wie man es sich wünscht, bevor man anfangen kann daran zu arbeiten. Damit es so werden kann, wie man es sich wünscht. Keine Entwicklung in der Geschichte der Menschheit hätte stattgefunden, wenn nicht irgendjemand von einer besseren Welt geträumt hätte. Um es mit John Lennons Worten zu sagen: „You may say I’m a dreamer, but I’m not the only one. I hope someday you will join us, and the world will be as one.” 

Meine Träume sind mein Antrieb. Ziele, auf die ich hinarbeite.  Ich habe kleine und große, kurzfristige und langfristige, realistische und naive. Manche widersprechen sich sogar. Kein Traum ist dabei weniger wichtig als ein anderer, egal ob die einen im Laufe meines Lebens verschwinden, sich verändern, oder  der ein oder andere vielleicht sogar wahr wird.
Ich träume mein Leben. Um dadurch meine Träume leben zu können.



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