Samstag, 31. Mai 2014

Wohin des Weges?




Ich möchte DA sein. Bloß weiß ich nicht wo.

Aus der Heimat gehe ich nach Amerika. Komme wieder und ziehe nach Heilbronn, 360km von „zu Hause“ entfernt. Nutze die Semesterferien um alle möglichen Freunde an allen möglichen Orten zu treffen: Wien, Hamburg, Zürich, Aachen, Barcelona, Köln, Bodensee. Gehe nach Budapest ins Auslandssemester. Anschließender Praktikumsort noch unbekannt. Und wo ich nach dem Bachelor landen werde, weiß ich erst recht nicht. Weiß vor allem nicht wo ich landen will.

Auf der einen Seite ist das alles super aufregend – auf der anderen Seite warte ich auf das Gefühl, endlich zu wissen, wo ich hingehöre. Ja, ich hab das immer so gewollt, und ja, ich will es ja immer noch. Leben nach dem Motto „heute hier – morgen dort“.
Aber doch will ich nicht mehr ständig die sein, die immer weg ist; die, die nicht kann, weil sie nicht da ist; die, von der man nicht weiß, wo sie als nächstes hingeht.
Zwar liebe ich die Freiheit, die ich habe, und wäre wahrscheinlich ohne sie todunglücklich. Könnte vielleicht gar nicht anders leben – zu viel gibt es auf dieser Welt zu entdecken und auszuprobieren.
Trotzdem: Ich möchte meinen Platz finden. Irgendwann. Irgendwo. Ich möchte ankommen. Wissen was ich machen will. Wo ich leben will. Wie ich leben will.

Unsere Generation ist als die mit den 1000 Möglichkeiten bekannt. Die Welt steht uns offen – doch wir leiden an der Qual der Wahl. Zu groß ist die Angst, sich für das Falsche zu entscheiden, Gelegenheiten zu verpassen, Chancen nicht zu nutzen. Uns wird kein Lebensweg mehr vorgegeben, wir müssen ihn selbst finden und dann vor allem selbst gehen. Wir schwimmen in einem Ozean voller Möglichkeiten. Das ist unheimlich befreiend und beengend zu gleich.

Uns stellt sich nicht nur die Frage, wo wir leben möchten, sondern vor allem: Was wollen wir anstellen mit unserem Leben?

Nach dem Schulabschluss entscheiden wir uns für ein Studium oder eine Ausbildung – um uns dann drei Jahre lang die Frage zu stellen, ob das Gewählte das Richtige für uns ist. Schließlich gibt es doch auch noch so viel anderes.
Früher habe ich immer gesagt „bloß nicht BWL“ – jetzt studiere ich Tourismusmanagement. Und ich mag‘s – eigentlich. Trotzdem stelle ich mir manchmal vor, wie es wäre, etwas vollkommen anderes zu studieren. Jura zum Beispiel. Oder Psychologie. Oder sein Geld mal mit dem Schreiben oder dem Fotografieren zu verdienen. Vielleicht auch einfach in die Welt aufzubrechen und sich mit Gelegenheitsjobs durchzuschlagen. Ich stelle mir vor Dinge zu tun, die ich nie tun werde, und frage mich: Warum eigentlich nicht?

Bei all diesem Fragen und Zweifeln geht es im Grunde genommen nur um eins: Selbstverwirklichung. Wir sind angetrieben von der Sehnsucht danach, etwas zu tun, wo wir mit Leidenschaft dabei sind. Wo wir mit ganzem Herzen hinter stehen und unser ganzes Herzblut reinstecken. Etwas wofür wir brennen. Ganz egal was wir im Endeffekt machen – es muss etwas sein, wo wir uns selbst drin wiederfinden. Wo wir drin aufblühen und ganz wir selbst sind.

Genau das gilt es zu finden – egal wie lange die Suche dauern wird. Das ist alles was ich möchte.

Um dann irgendwo anzukommen und zu bleiben.



0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Was noch gesagt werden muss:

Copyright © 2014 leb doch mal - Ein Lifestyle Blog