Dienstag, 15. Juli 2014

10 things to do when in Washington D.C.


Washington D.C., die Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika. Und doch so gar nicht typisch amerikanisch: Keine Skyline, keine meilenhohen Wolkenkratzer. Denn, so eine Bestimmung, kein Gebäude darf höher sein als das Capitol, eines der Wahrzeichen der Stadt. Der Baustil ist eher europäisch angehaucht, wenigstens im Vergleich zu Städten wie New York und Chicago. Beeindruckend und majestätisch – zumindest in Downtown.

Doch Washington ist mehr als nur Regierungsstadt. Mehr als 60% der Bevölkerung sind schwarz, die Multikulturalität reicht von der obligatorischen Chinatown bis hin zur U-Street, dem afroamerikanischen Viertel der Stadt.

Entworfen wurde die Stadt übrigens von Pierre L’Enfant, nachdem 1790 beschlossen wurde, dass eine neue Hauptstadt her muss. Allerdings stießen seine Pläne zunächst auf keine große Begeisterung, so dass sie vorerst in staubigen Schubladen verschwanden. Erst als L’Enfant, über dessen Name man in der amerikanischen Hauptstadt ständig stolpert, schon längst in Armut gestorben ist, wurden seine Entwürfe wieder hervorgeholt und umgesetzt. Doch selbst wenn er es selbst nicht mehr miterlebt hat: Washington D.C. wurde zum architektonischen Meisterwerk!



Hier also meine 10 Tipps für einen Aufenthalt im bezaubernden District of Columbia…


1. Zuallererst gilt es natürlich, die unzählbaren Monuments und Memorials zu erkunden: Washington Monument, Lincoln Memorial, Jefferson Memorial, Vietnam War Memorial, Martin Luther King Memorial und so weiter. Die Liste ist endlos, ich kann gar nicht sagen, wie viele es gibt. Zwei aber sind meine liebsten: Zum einen das World War II Memorial, das relativ mittig auf der National Mall liegt. Durch den riesigen Springbrunnen ist es ein fantastischer Platz, um im Sommer die Füße zu kühlen. Zum anderen mag ich das Roosevelt Memorial sehr gerne, das etwas versteckt am Tidal Basin liegt. Auch viel Wasser und die Statuen eignen sich hervorragend für ein paar lustige Bilder – ja ich weiß, dass macht man nicht an Gedenkstätten…

 

2. Logisch, dass man bei Washington D.C. stets direkt an das Weiße Haus denkt. Wobei ich sagen muss, dass ich ein wenig enttäuscht war, als ich das erste Mal davor stand. Es ist lange nicht so riesig und imposant, wie man es sich immer vorstellt. Außerdem stehen vor den Zäunen auf beiden Seiten immer eine Menge Menschen, egal an welchem Wochentag und zu welcher Jahreszeit. Was ich aber definitiv empfehlen kann: Die White House Spring Garden Tour! Geht natürlich nur, wenn man zur richtigen Zeit in der Stadt ist. Denn an einem Wochenende im Frühling wird der Garten des Weißen Hauses für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und das kostenlos. Man muss sich allerdings vorher registrieren und darf dann zu einer bestimmten Uhrzeit hinein, aber das geht mit etwas Glück auch noch spontan und vor Ort. Es lohnt sich auf jeden Fall einmal den Gemüsegarten, den Spielplatz und sogar den eigenen Mini-Golfplatz aus direkter Nähe zu begutachten! Können ja nicht viele von sich behaupten, schon mal hinter den Zäunen der Präsidentenresidenz gewesen zu sein.
 

 

3. Bekannt ist die amerikanische Hauptstadt außerdem dafür, dass bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Museen kostenfrei zugänglich sind. Dies ist möglich durch die Smithsonian Institution, die zur Verbreitung von Wissen gegründet wurde. ABER: Ich bin selbst kein Museumsgänger, und werde euch daher keine Museentour empfehlen… auch wenn man da locker mehrere Tage mit verbringen könnte. Ich habe es vollbracht, ein Jahr lang in der Metropolregion um Washington zu leben, ohne auch nur in einem einzigen Museum gewesen sein. Mit Ausnahme von einem, wo ich mittags in der Cafeteria zum Essen war. Shame on me. Erst als ich ein Jahr später zu Besuch zurückkam, zog es mich in das American History Museum. Der Grund? Dort sind Kleider und Schmuck aller First Ladies ausgestellt. Und die funkeln und glitzern so schön, dass selbst ich überzeugt werden konnte, ein Museum zu betreten!


 

4. Wunderschön anzusehen sind im Frühjahr die Cherry Blossoms. Überall in der Stadt, jedoch vor allem um den Tidal Basin herum, blühen die rosafarbenen Kirschbäume auf und erfüllen die ganze Stadt mit dem Duft von Frühling! Traumhaft.
 


5. Jeder kennt es zumindest von Bildern: Das Capitol. Der Ort, an dem in Amerika Politik betrieben wird. Mehrmals am Tag werden kostenlose Führungen für Besucher angeboten. Diese gehen nicht lang und sind ganz interessant – aber eigentlich auch nur aus einem Grund lohnenswert: Um die Kuppel von innen zu sehen.
 


6. Mein Lieblingsviertel von D.C.? Ganz klar: Georgetown! Direkt am Potomac River gelegen, ist es der schönste Teil mit süßen kleinen Lädchen und Cafés. Bei Georgetown Cupcakes kann man, vorausgesetzt man beweist Geduld und stellt sich in die meterlange Schlange, seinen Zuckerbedarf für die restliche Woche abdecken. Bewundernswert ist außerdem die Georgetown University. Zu der muss man zwar erst einen nicht wenig steilen Hügel erklimmen, aber wenn man oben angekommen ist bleibt nur die Frage: Warum studiere ich nicht hier?



7. Wieder einmal ein Tipp, bei dem das Timing stimmen muss: Der 4. Juli. Independence Day. Morgens gibt es eine riesengroße Parade zur Feier der Unabhängigkeit, abends dann ein gewaltiges Feuerwerk. Alle Menschen sind in den Nationalfarben bekleidet und mit Flaggen ausgestattet. Nirgendwo sonst habe ich bisher so viel Nationalstolz auf einem Fleck gesehen – und das in einer sehr angenehmen Weise. Man feiert sich gegenseitig und miteinander, vergisst für einen Tag alle politischen Diskussionen und freut sich über seine Freiheit, die trotz allem jedem gewährt bleibt. 


 
8. Wenn man, so wie ich damals, für längere Zeit weit weg von der Heimat war, so sehnt man sich irgendwann nach deftigem, gutbürgerlichem deutschen Essen. Und das bekommt man auch in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten! Es gibt auf der H Street ein Deutsches Biergartenhaus. Dort gibt es alles, was der deutsche Magen begehrt! Schnitzel, Knödel, Bretzel, Rotkohl, Sauerkraut. Natürlich lange nicht so gut, wie man es von daheim kennt, aber nach monatelanger Abstinenz schmeckt auch ein Schnitzel, das bereits nach 5 Minuten serviert wird (in der Mikrowelle aufgewärmt?). Ein weiterer Pluspunkt: Fußballübertragungen! Wir schauten uns dort die deutschen Spiele bei der EM 2012 an, und man vergisst schnell, dass man sich in Amerika befindet und nicht beim Public Viewing in Deutschland. Schlaand!
 


9. In jeder Stadt gibt es ja mittlerweile Aussichtstürme, von denen man in Vogelperspektive auf die Stadt schauen kann. In D.C. war das jahrelang das Washington Monument. Am Tag, bevor ich ankam, war jedoch ein Erdbeben, durch welches das Monument Risse erhielt und nicht mehr besteigbar war. Aber es gibt da ja auch noch den Old Post Office Tower. Dort muss man nichtmals Eintritt zahlen, man fährt einfach mit dem Aufzug hinauf in den Glockenturm und erhält einen mindestens gleichwertigen, wenn nicht schöneren Ausblick auf die Stadt. Denn: Man sieht auch das Washington Monument.
 

 

10. Zu guter Letzt: Arlington Cemetery, einer der größten Militärfriedhöfe Amerikas. Um genau zu sein, ist das zwar schon nicht mehr Washington D.C., da Arlington sich bereits in Virginia befindet. Dennoch sollte man den Friedhof auf jeden Fall gesehen haben. Dort liegen nicht nur bedeutende Persönlichkeiten des amerikanischen Militärs begraben, sondern auch John F. Kennedy. Stündlich findet außerdem der Dienstwechsel des Wachpersonals vor dem Denkmal des „Unknown Soldiers“ statt. Dieser ist sehr imposant und auf jeden Fall sehenswert.






Um es zusammenzufassen: Amerikas Hauptstadt überzeugt. Durch ihre Umgebung. Ihre Struktur. Ihre Offenheit. Ihre Schönheit. Jederzeit eine Reise wert...






P.S.: Dass Washington DC kein eigener Staat ist und dementsprechend auch keinen eigenen Stern auf der Flagge hat, wusstet ihr sicherlich. Aber wusstet ihr auch, dass die Einwohner der Stadt erst seit 1964 an den Präsidentschaftswahlen teilnehmen dürfen?




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