Sonntag, 20. Juli 2014

move out, and then move on




Da stehe ich, in der Mitte meines Zimmers, und überlege wo ich anfangen soll. Ob ich überhaupt schon anfangen möchte. Aussortieren, ausräumen, einpacken. Kleider, Bücher, Unisachen in Koffer und Kisten verstauen. Bilder abhängen, Postkarten von der Wand nehmen.



Erst beim Auszug merke ich so richtig, was ich an einer Wohnung hatte. Was ich mit ihr verbunden habe, was ich mochte, was ich kaum hergeben mag.


Ebenso merke ich natürlich auch, was gefehlt hat. Wenn ich so überlege, gibt es da einiges, was meine nächste Bleibe definitiv haben sollte: Ein Gefrierfach, wenn ich mal wieder mehr gekocht habe als ich essen kann. Ein Sofa, oder wenigstens einen Sessel – um einfach mal in Ruhe zu entspannen, zu lesen oder zu lernen. Denn jeder Stuhl wird irgendwann unbequem, und wenn ich mich ins Bett lege schlafe ich ziemlich schnell ein.  Außerdem eine eigene Waschmaschine. Scharfe Messer, damit Gemüse schneiden nicht mehr einem Armmuskeltraining gleicht und ich auch mal Melonen und Süßkartoffeln kaufen (und schneiden) kann. Und auf jeden Fall eine Filterkaffeemaschine – auf Dauer trifft halt weder Padkaffee noch der Instant Nescafé meinen Kaffeegeschmack.



Vermissen hingegen werde ich die tolle Lage. Nur wenige Minuten von der Innenstadt entfernt, und doch eine ruhige, grüne Wohngegend. Aus dem Küchenfenster geht der Blick auf die Weinberge, und ein wunderschöner Park und kleiner Wald befinden sich quasi vor der Haustür.

Man könnte die Wohnung klein nennen, oder einfach kompakt und gemütlich. In einer größeren würde ich mich wohl schnell verloren fühlen, wenn am Wochenende mal wieder alle meine Mitbewohner ausgeflogen sind und ich alleine bin.

Ich mag, wie mittlerweile jeder Raum mit Andenken geschmückt und so zu etwas Eigenem geworden ist. In der Küche hängen Anekdoten aus dem WG-Leben, mein Zimmer ist voll von persönlichen Erinnerungen, Fotos, Postkarten. Diese Wohnung ist zu einem zu Hause geworden.



Und ist nicht die erste eigene Wohnung, oder besser das erste eigene WG-Zimmer, sowieso etwas Besonderes?



Ausziehen heißt auch immer Abschied nehmen. Man lässt etwas zurück: einen Ort, an dem man sich wohlgefühlt hat, den man für eine Weile sein zu Hause nannte; einen Lebensabschnitt. Da sind die Erinnerungen an alles, was man in der Wohnung erlebt hat. Abende mit Freunden in der Küche, gemeinsames Frühstücken, spontane Sleep-Over-Partys, das Zusammensitzen mit den Mitbewohnern. Nachmittage für sich allein, Abende zu zweit. Zurücklassen tut weh, aber es ist nötig, damit wir weitergehen können. Also heißt es nun, die letzten 2 Jahre in Kisten zu verstauen. Schränke leer räumen, Koffer packen, und schließlich an einem anderen Ort wieder auspacken. Denn es geht weiter – eine neue Wohnung, ein neues Zimmer wartet.






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