Sonntag, 5. Oktober 2014

Kultur am Sonntag ... appreciate your freedom



Sonntag, das ist der Tag zwischen Samstag und Montag, oder in Budapest wohl eher der Tag zwischen zwei Partys. Eigentlich doch ein perfekter Tag, um nach einem späten Frühstück mal die eigene kulturell interessierte Seite hervorzukramen und das vielfältige Budapester Kulturangebot etwas kennenzulernen.



Nachdem ich letzte Woche an einer Free Walking Tour durch den Jewish District der Stadt teilnahm, entschieden meine Mitbewohnerin und ich uns heute für einen Besuch des „House of Terror“ – des Museums über die Zeit der Judenverfolgung und des Kommunismus. Eine gute Entscheidung, nicht nur weil wir zufällig sahen, dass es am ersten Sonntag eines Monats für Bürger der European Economic Area unter 26 Jahren keinen Eintritt kostet. Sondern weil es wirklich zum Nachdenken anregt. Schockierend, überwältigend, aber unendlich gut gemacht.



Denn erst als ich so durch die Räume ging, in denen auf beeindruckende Weise die ungarische Geschichte des letzten Jahrhunderts dargestellt wird, wurde mir bewusst, was dieses Land mitgemacht hat. Und zu welcher Grausamkeit Menschen im Stande sind. Naziregime, Judenverfolgung, Diktatur, Deportation, Kommunismus. Bei jedem Bild, jedem Video aus dieser Zeit dachte ich nur, wie unendlich viel Glück wir haben, so spät geboren zu sein und wir somit all das nicht miterleben mussten.



Und als ich dann eine täuschend echt nachgestellte Gefängniszelle betrat, ging mir nur eins durch den Kopf: Was, wenn jetzt jemand kommt, und einfach die Tür hinter mir abschließt? Mich einsperrt, und es mir so geht wie tausenden Menschen, die das Schicksal der Verfolgung aus irrsinnigen Gründen erlitten?



Zu selbstverständlich ist uns unsere Freiheit heute oftmals. Dabei ist es noch nicht allzu lange her, dass Menschen für ihre Rechte und ihre Freiheiten kämpfen mussten, und manche sie nie erhielten. In einigen Teilen der Welt kämpfen die Menschen heute noch um etwas, was in unseren Breitengraden so normal ist.

Uns geht es so gut, wir haben alle Möglichkeiten dieser Welt, können überall hin, alles machen, alles selbst entscheiden. Für diese Freiheit, wie wir sie heute besitzen, sollten wir bewusst dankbar sein, jeden Tag, jede Minute.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Was noch gesagt werden muss:

Copyright © 2014 leb doch mal - Ein Lifestyle Blog