Mittwoch, 21. Januar 2015

Das etwas andere Teehaus

Der Normalfall: Du läufst durch die Stadt, der Wind zieht dir um die Ohren, du bekommst Lust auf einen Kaffee oder einen heißen Tee. Hältst also die Augen auf, nach dem nächsten nettaussehenden Café. Ein Schild steht anpreisend an der Straße, „Coffee and Tea, cake, pastries and cookies“ heißt es dort. Der Name des Cafés ist groß angeschlagen über dem Eingang, durch die hellen Fenster kannst du einen Blick hereinwerfen, siehst die Menschen redend und lachend an den Tischen sitzen, und entscheidest, dich dazuzugesellen.

Nicht so beim Altair Teaház in Budapest. Kurz gesagt: Wer es nicht kennt, findet es nicht. Von außen deutet nichts auf dieses besondere Teehaus hin. So liefen wir bei unserem ersten Besuch zunächst dreimal an ihm vorbei, ohne es zu entdecken. Die dunkle Tür schaut aus, als würde sie in den Keller eines Wohnhauses führen, erst beim genaueren Hinsehen entdeckt man ein kleines, stilvolle Eisenschild, in das „Altair Teaház“ gemeißelt ist. Fensterblick hinein? Fehlanzeige.



Hinter der Tür führen ein paar Stufen hinunter in das Teehaus. Dort heißt es dann: Schuhe ausziehen, denn der Boden ist zum größten Teil mit Teppich belegt. Statt einen Tisch sucht man sich eine gemütliche Sitzecke mit Kissen auf dem Boden – oder man steigt noch ein oder zwei Leitern hinauf in die oberen Ebenen. Der Raum ist urgemütlich mit einer Menge Kissen, Decken und Vorhängen, an Decke und Wänden ein paar Malereien, die wenige richtige Einrichtung aus dunklem Holz. Ein bisschen erinnert er auch an eine perfekte Höhlenlandschaft für Kinder zum Versteckspielen. Aus einer großen Auswahl wählt man dann seinen Tee, der mit Liebe zubereitet und gleich in ganzen Kannen serviert wird (Kaffee gibt es natürlich auch für die Nicht-Teetrinker). Für die Spielkinder unter uns stehen auch einige Spiele bereit – Scrabble mit ungarischen Buchstaben auf Deutsch zu spielen funktioniert aus eigener Erfahrung allerdings nicht so gut – oder Bücher, für diejenigen, die der ungarischen Sprache mächtig sind.


Die Atmosphäre in diesem kleinen Teehaus ist einzigartig. Gerade an einem dunklen, kalten Wintertag kann ich mir kaum etwas Besseres vorstellen, um einfach mal zu entspannen, zu quatschen und dabei guten Tee zu genießen. Wobei durch das gedämmte Licht und dem Sitzen in lauter Kissen durchaus Einschlafgefahr besteht… Obwohl von außen nichts auf dieses Teehaus aufmerksam macht, ist es dennoch stets gut besucht. Und zwar, anders als in einigen anderen Cafés, weniger von Touristen als vielmehr von Einheimischen. Denn man muss ja erst irgendwo davon hören… Also – falls ihr mal in Budapest seid, unbedingt besuchen! Ihr werdet es nicht bereuen!





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