Dienstag, 7. April 2015

Du bist in der Blüte deines Lebens,...




...sagte meine Mutter damals zu mir", erzählte sie mir, als wir uns über mein frisches 25-jähriges Ich unterhalten haben. "Ich habe mich von meinem Freund getrennt und mein Leben umgekrempelt", spricht sie weiter.


"Vielleicht hat sie Recht. Irgendwie.", denke ich, als ich zwischen Lidl's Gängen hindurch hetze. Und mit der Frage "Wann bist du eigentlich erwachsen geworden?" beschäftige ich mich zwischen Wald-Heidelbeeren (Das gleiche wie Blaubeeren?), Buttermilch (Was um Himmels Willen mach' ich mit den nach dem Backen übrigbleibenen 375 ml?) und Handtüchern (Ist es ethisch vertretbar, Handtücher für 2,49 € das Stück zu kaufen?). "Bist du es überhaupt?", frage ich mich als ich kurz davor bin, ein überteuertes Wandtattoo à la "Die besten Parties finden in der Küche statt" online zu erstehen.

Und genau bei der Frage bin ich hängen geblieben...Wenn 30 das neue 20 ist, hab ich wohl noch ein paar Jährchen Zeit. Wenn ich bedenke, dass ich vor knapp einem halben Jahr die Uni hinter mir gelassen habe und ins Berufsleben eingestiegen bin, klingt das schon sehr erwachsen. Meine Reaktion auf den Schlüssel hinter der verschlossenen Wohnungstür (Heulen - Mama anrufen - Heulen - Schlüsseldienst rufen) wieder eher nicht. Und die Wohnung, die ich mein Eigen nennen darf und die nicht mehr (komplett) nach Studentenbudget aussieht, spricht doch wieder eine andere Sprache.
Ich werde wohl zu keinem Schluss kommen und außerdem lautete unser Motto doch irgendwann mal: Weniger denken, mehr leben.

Zum Leben hab' ich, erwachsen oder nicht, noch genug Zeit. Außerdem auch noch für ein paar Vorhaben, die ich doch immer schon einmal umsetzen wollte:

- Mich einmal quer durch die Weltliteratur lesen.
- Meinen Konsum überdenken und minimalistischer leben. (Kein Wandtattoo für mich.)
- Abnehmen und schlank bleiben. (Haha.)
- Einen Blog länger als 2 Monate am Leben erhalten. (Wie gut, dass es Miri gibt.)
- Kochen lernen.
- Einen grünen Daumen wachsen lassen. (Aka: Keine Kakteen töten.)
- Tagebuch schreiben.
- Meinen Kleiderschrankinhalt austauschen. (Ja, komplett.)
- Das mit dem Perfektionismus nochmal überdenken.
- ...

Mir würden da noch so ein paar Dinge mehr einfallen, aber es würde nicht unbedingt realistischer. Ich dachte mir, vielleicht muss ich nicht unbedingt mein Leben umkrempeln und einen Freund, von dem ich mich trennen könnte, habe ich sowieso nicht, aber ein paar Ziele erfüllen, wäre doch mal ein Anfang. Wie ich das machen möchte, weiß ich noch nicht. (Im Ziele setzen bin ich ziemlich groß, lernte ich letztens. Im Planen der Umsetzung nicht mehr so und von der Umsetzung an sich, fang ich erst gar nicht an.) Vielleicht könnte ich aber damit anfangen, die realistischen Ziele vom Rest zu trennen (wobei dann wahrscheinlich nichts mehr übrig bleiben würde) oder indem ich den Laptop zuklappe und mir ein Buch aus dem Schrank hole. Hier steht noch Shakespeare.

Ok, ich fange morgen an.




0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Was noch gesagt werden muss:

Copyright © 2014 leb doch mal - Ein Lifestyle Blog